Nepal

Trekking im Himalaya

10 Tage inmitten des höchsten Gebirges der Erde, unterwegs in einem der ärmsten und zugleich schönsten Länder der Welt - Nepal.

Am Anfang und am Ende einer jeden Reise steht die Hauptstadt Kathmandu. Eine Stadt, in der man sich mehrere Jahrhunderte zurückversetzt fühlt . Für mich als Europäer ein völlig neues Erlebnis, Kultur und Menschen kennenzulernen.

Nach meiner Ankunft habe ich die ersten 3 Tage im Stadtteil Thamel, nahe dem Zentrum gewohnt, bevor ich in das 200 Kilometer westlich gelegene Pokara gefahren bin. Der Durbar Square - ein Sammelsurium von Tempel und Palastanlagen - war mein erstes Ziel, daß ich bequem zu Fuß von meinem Hotel erreichen konnte. Weitere Sehenswürdigkeiten wie Swayambhunath - ein Buddhistischer Tempel und Wahrzeichen der Stadt, Bodnath , das wichtigste buddhistische Heiligtum Nepals und Pashupatinath , ein wichtiges hinduistisches Heiligtum, standen in den ersten Tagen auf dem Programm. Obwohl die Stadt laut und dreckig ist, sowie in vielerlei Hinsicht chaotische Verhältnisse bietet, hat sie einen bleibenden schönen Eindruck hinterlassen... vor allem die Freundlichkeit der Menschen.

Mit dem Bus verließ ich Kathmandu in Richtung Westen und wer denkt, daß 200 Kilometer in wenigen Stunden geschafft sind, der irrt in diesem Land gewaltig ... insgesamt benötigte der Bus 10 Stunden für die Strecke nach Pokhara. Von hier konnte ich das erste Mal das gewaltige Massiv des Annapurna bestaunen und ich war fasziniert von der schwindelnden Höhe dieser Berge. Pokhara, direkt am Fewa Lake gelegen , ist das zweitwichtigste Touristenziel des Landes. Nach einem Aufenthalt von 2 Tagen hatte ich einige kleinere Touren in der Umgebung unternommen und einen Guide für die kommende Trekkingtour gefunden. Jetzt konnte es losgehen ...

Mit dem Flugzeug bin ich nach Jomson, zwischen die beiden Gebigsmassive Dhaulagiri und Annapurna geflogen um von dort die kommende Wegstrecke von insgesamt 137 Kilometern zu Fuß zurückzulegen.

Die erste Etappe durch das Kali Gangaki Tal nach Kagbeni mußte ich alleine laufen, da mein Guide - Krishna Malla - erst am kommenden Tag zu mir stoßen konnte. Von hier ging es in das 3802 m hoch gelegene Muktinath, und Krishna erwies sich nicht nur als guter Guide, sondern auch als guter Träger. Die Landschaft rund um dieses Gebiet ist karg und wohin man auch sieht, lauter gewaltige 7000er und 8000er . In Richtung Norden schließt sich das tibetanische Hochland an.

Die nächsten zwei Etappen gingen wieder Richtung Süden über Marfa nach Kalopani und obwohl die Bergriesen immer im Blickwinkel waren, so änderte sich die Landschaft zusehends. Es wurde grüner und fruchtbarer .

Nach einer weiteren Tagesetappe war der Ort Tatopani erreicht. Ab hier führte der Trail nicht mehr durch das Tal des Kali Gandaki, sondern Richtung Westen nach Ghorapani. Lange bevor die Sonne aufging starteten wir, um den 3194 m hohen Poon Hill zu erklimmen und kurz vor Sonnenaufgang erreichten wir den Gipfel. Es bot sich uns ein spektakulärer Blick ... und ein Gipfel nach dem anderen wurde von der Morgensonne zum Leuchten gebracht ...

An diesem Tag konnten wir nach dem erfolgreichen Abstieg eine Strecke von ca. 10 Kilometern zurücklegen, um am nächsten Tag in Chomrong einzutreffen. Leider war die Zeit schon weit vorangeschritten, und daher beschloß ich, die mehrtägige Tour zum Annapurna Base Camp nicht anzuhängen.

So kam ich nach weiteren zwei Etappentagen wieder in Pokhara an. Ein Sprichwort sagt: Minimierung der Ansprüche heißt Maximierung des Erlebnisses! Und wie wahr: während des gesamten Tracks gab es weder eine richtige Dusche noch hygienische Verhältnisse, wie wir sie aus Europa kennen. Das Essen bestand zum Großteil aus Reis mit Linsenbrei... aber das Erlebnis war großartig!

Wieder zurück in Kathmandu habe ich mir noch einen Flug entlang des Himalaja gegönnt, bevor ich die Rückreise angetreten habe. Eine lohnenswerte, aber auch teure (99 US$) Unternehmung, um einen luftigen Eindruck von der Größe des Gebirges zu bekommen, und um den höchsten aller Berge zu sehen: den Mt. Everest .




Reiseinformationen:


Reiseroute: Kathmandu - Pokhara - Jomson - Muktinath - Kalopani - Tatopani - Poon Hill - Chomrong

Reisedatum: 19.03.1996 - 08.04.1996

Dauer: 3 Wochen

Art: Indvidual, Alleine

Unterkunft: Hotel

Fortbewegung: Bus, Flugzeug, Zu Fuß

Anreise: Kuwait Airways

Kosten: ca. 2.800,00 DM

Reiseführer: Reise Know How, Lonely Planet

Karte: Nelles Verlag Annapurna (1: 100.000)




LANDESDATEN

Das Königreich Nepal liegt im Gebiet des Himalaja. Es grenzt im Norden an die tibetische Grenze der VR China, im Osten, Süden und Westen an Indien. Es ist ein ausgesprochenes Hochgebirgsland und weist in seinem Gebiet die bedeutendsten Erhebungen der Erde auf.

Fläche: 147 181 km²

Einwohner:
Bevölkerung: ca. 22 Mill. Einwohner.
Städte: Kathmandu (Hauptstadt - 1500 m hoch) ca. 800 000 Einwohner, Biratnagar ca. 130 000 E., Lalitpur ca. 116 000 E., Bhaktapur ca. 49 000 E., Pokhara ca. 49 000 E., Birganj ca. 44 000 E., Dharan ca. 42 000 E., Mahendranagar ca. 42 000 E.

Sprache:
Staatssprache Nepali, als Umgangssprache auch verschiedene tibeto-birmanische Sprachen. Im Geschäftsverkehr und in Hotels wird Englisch gesprochen und verstanden.

Zeitverschiebung:
Mitteleuropäische Zeit (MEZ) +4 Std. 45 Min. (während der europäischen Sommerzeit +3 Std. 45 Min.); Zeitunterschied zu Indien +15 Minuten.



REISEZEIT

Günstig: Okt. bis Mitte April, beste Zeit für Trekking; in höheren Regionen (ab ca. 2200 m) zwischen Nov. und Jan. Schnee und kalt. Ab Ende März wärmer, dunstiger, Gewitter. Bergsteigen April bis Juni bis zum Einsetzen des Monsuns.
Weniger günstig: Mai bis Sept. Starke Regenfälle, dunstig, feuchtheiss in den Talsohlen. Reisen im Kathmandu-Tal möglich.



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